Chanson, Jazz, Film Noir. Die Franzosen haben viele großen, musikalische Epochen vorzuweisen - Soul spielte hier eher eine ungeordnete Rolle. The Vogs haben den sich den Auftrag auferlegt diesen Zustand zu ändern. 

 

Auf den 10 Songs auf ihrem neuem Album knüpfen sie dort an, wo die Musik "Aus der Tiefe des Herzen" kommt. Wundervoll verbinden sie dabei auf einem Soundteppich aus swingin' 60s-Soul  den Beat mit der französischen Sprache. Dabei orientieren sie sich klar an der Botschaft im ureigenen Sinne: Emanzipation, Liebe, Freiheit, Gleichheit und eine Prise französische Yéyés. 

 

Auf der französischen Adaption des Supremes Klassikers 'You keep me hangin on' wird Nadia Hassanis Stimme durch tolle Bläserhooks unterstützt. Der Midtempo-Track  'Pour que tu ne m'oublies pas', der Song ruft Erinnerungen wach an Southern Soul im Stil eines Willie Mitchell. "Faire le premier pas" erkundet die kleinen geübten Pfade des Rhythm'n‘Blues in Französisch mit wilden Akzenten, inspiriert durch Bands wie The Animals oder auch die Spencer Davis Group."Ouvre ton coeur" ist ein schönes Beispiel für intensive Tunes in französischer Sprache mit Chorgesang  - eingängig wie aus dem Motown-Stall oder der vergessenen Girlband 'Les Princesses' aus Frankreich.

 

Auf den beiden englischsprachigen Tracks greift die Band das Erbe des Northern Soul auf im energetischen 'The Light'. 'I wanna tell you' hat leicht psychedelische Anleihen und ist eine Coverversion eines Qsounds Klassikers. Das poppige 'Faire semblant' und das instrumental 'No Maracas' runden das Album ab zu einem modernen French-Soul -Werk, das eine Tradition gekonnt fortsetzt.  Das Album ist ein kleine Überrachung im Frühjahr 2023. 

 

Text: Peter Parker